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ME - Maschinenfabrik Esslingen

Die Errichtung einer Maschinenfabrik für Lokomotiven und Wagen und zur Belieferung der Königlich Württembergischen Staatseisenbahn



Der Stadtmagistrat von Esslingen hatte vorausschauend das Gelände der Pliensaumühle zwischen Neckarufer und Bahnhofsbereich neben der schon von der Königlich Württembergischen Staatseisenbahn errichteten Eisenbahnreparaturwerkstatt als Schenkung zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug konnte von der Eisenbahnkommission die vertragliche Zusage des Baues einer Maschinenfabrik erwirkt werden.

Emil Keßler, der schon in Karlsruhe eine Lokomotivfabrik betrieb erhielt den Zuschlag vor dem Hauptmitbewerber J. A. Maffei, München, nachdem er in kürzester Zeit genügend Eigenkapital hatte aufbringen können.

Der Grundstein wurde an 4. Mai 1846 gelegt und vertragsgemäß im Oktober 1847 neben 18 Personenwagen bereits die erste Lokomotive der Klasse III mit der Achsfolge 2´B mit Namen "Esslingen" abgeliefert. Acht weitere folgten 1848. Der völlige Neubau einer Fabrik mit den Erfahrungen aus der Produktion in Karlsruhe hatte sich erwartungsgemäß ausgezahlt. Erkannte Mängel konnten so vermieden werden.

Die Maschinenfabrik Esslingen entwickelte in den folgenden Jahren unter E. Keßler (1813-1867) und J. Trick (1812-1865), abweichend von den bisher üblichen englischen und amerikanischen Lokomotiv-Vorbildern, neuartige Techniken und eigenständige Baureihen. Unterstützt und gefordert haben das auch die Vorgaben der Oberingenieure der Königlich Württembergischen Staatseisenbahn (vor allem A. Klose und E. Kittel) sowie die besonderen Anforderungen der Bahnstrecken in bergigem Gelände, insbesondere der Aufstieg über die Geislinger Steige nach Ulm.

Die von E. Keßler weitsichtig geplante Kapazitätsauslegung seiner Fabrik ermöglichte - und erforderte - frühzeitig auch die Belieferung europäischer und, ab 1888, Kunden in Übersee (Indonesien, Südafrika, Japan, Brasilien u.a.). In Württemberg war die Maschinenfabrik Esslingen um die Jahrhundertwende das größte Industrieunternehmen und für die Entwicklung des Industriestandortes Esslingen von besonderer Bedeutung.

Neben den Dampflokomotiven und den ebenfalls seit 1847 hergestellten Personenzug- und Güterwagen, waren vor allem Stahl- und Brückenbau, Zahnradbahnen sowie in Folge der technischen Entwicklung elektrische Straßenbahnen, Nahverkehrs-Triebwagen und Dieselloks im Produktionsprogramm.

Die letzte Dampflokomotive wurde am 21. Oktober 1966 nach Indonesien verschifft.

1968 wurde die Maschinenfabrik Esslingen, die 1912 ein neues Fabrikgelände in Esslingen-Mettingen bezogen hatte, von der Daimler-Benz AG zur Werkserweiterung übernommen und als eigenständige Vermietungsgesellschaft der Grundstücke und Gebäude bis 2003 weitergeführt.

In den 120 Jahren ihres Bestehens hat die Maschinenfabrik Esslingen u.a. über 5.000 Lokomotiven und mehr als 25.000 Wagen hergestellt.

Zur Grundsteinlegung der ME im Mai 1846

Zur Gründung der ME vor 170 Jahren

Standorte der Maschinenfabrik Esslingen

Die Maschinenfabrik Esslingen und ihre historische Entwicklung

Aufsatz zum patentierten Esslinger Vorwärmerventil

Die Produkte der Maschinenfabrik Esslingen

Bilder von Produkten der ME


Epsioden aus der ME:

Esslinger Loks im Harz

Die 23 058, fast eine Lok der ME


Die Maschinenfabrik Esslingen bei Wikipedia


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